Was ist ein Kamado und wie funktioniert er?
Ein Kamado ist ein eiförmiger Grill aus dicker Keramik mit zwei Luftschiebern, einem unten und einem oben, über die du die Temperatur so genau regelst wie bei einem Backofen mit Thermostat. Das Wort ist japanisch. Es bedeutet Herd oder Feuerstelle. Durch die isolierende Keramikwand und den regelbaren Luftstrom hältst du die Temperatur stundenlang stabil, irgendwo zwischen 70 und 400 Grad. Deshalb kannst du auf einem Kamado räuchern und grillen, aber auch stundenlang Low and Slow garen oder eine Pizza backen. Alles mit Holzkohle.
Woher kommt der Kamado?
Der Kamado stammt von jahrhundertealten asiatischen Lehmöfen ab, in denen Reis gekocht wurde, und wer die moderne Keramikkuppel neben so einen alten Lehmofen stellt, erkennt die Familienähnlichkeit sofort. In Japan bekam der geschlossene Kochofen aus Erde und Lehm den Namen Kamado, ein Wort, das sowohl Herd als auch Ofen bedeutet.
Amerikaner brachten die Idee nach dem Zweiten Weltkrieg mit nach Hause und entwickelten daraus den modernen Keramikgrill. Die bekannteste Marke dieser Linie ist Big Green Egg, Kamado ist aber der Gattungsname: Dutzende Marken arbeiten nach demselben Prinzip.
Warum Keramik den Unterschied macht
Die Wand eines Kamados ist massive Keramik, bei gängigen Modellen etwa 20 bis 35 mm stark. Das ändert alles. Keramik speichert Wärme. Sie gibt sie langsam und gleichmäßig wieder ab, sodass die Temperatur in der Kuppel überall nahezu gleich bleibt.
Weil die Wärme drinnen bleibt, verbrauchst du weniger Holzkohle als auf einem offenen Grill oder einem Grill aus Stahl. Und weil der Deckel beim Garen geschlossen ist, bleibt auch die Feuchtigkeit in der Kammer: Fleisch bleibt saftig. Der Preis dafür: All die Keramik macht den Kamado schwer, und das Aufheizen dauert länger als bei einem dünnwandigen Kugelgrill.
So regelst du die Temperatur über den Luftstrom
Die Temperatur eines Kamados regelst du über die Luftzufuhr, also über Sauerstoff. Der untere Schieber bestimmt, wie viel Luft an die Kohle kommt. Weiter offen heißt heißer. Der Luftschieber oben übernimmt die Feinregelung und führt den Rauch ab. In der Praxis geht das so:
-
Zünde die Holzkohle mit beiden Schiebern ganz offen an.
-
Schließe den unteren Schieber ein Stück, sobald du etwa 25 Grad unter deiner Zieltemperatur liegst.
-
Regle die letzten Grad mit dem oberen Schieber, in kleinen Schritten.
Ein Kamado kühlt wegen der Isolierung nur langsam ab. Zu heiß heißt also lange warten. Baue die Temperatur deshalb immer in Ruhe von niedrig nach hoch auf.
Temperaturbereich je Garmethode
Für jede Garmethode gelten auf einem Kamado die folgenden gängigen Temperaturen, mit Beispiel und Richtwert für die Dauer:
|
Methode |
Temperatur |
Beispiel |
Richtwert Dauer |
|
Räuchern |
70 bis 110 Grad |
Lachs, Makrele |
1 bis 3 Stunden |
|
Low and Slow |
107 bis 135 Grad |
Pulled Pork, Kerntemperatur 90 bis 96 Grad |
8 bis 14 Stunden |
|
Indirekt garen |
140 bis 180 Grad |
ganzes Hähnchen, Kerntemperatur 75 Grad |
1 bis 2 Stunden |
|
Direkt grillen |
180 bis 250 Grad |
Steak, Gemüse |
wenige Minuten |
|
Backen und Pizza |
300 bis 400 Grad |
Pizza auf dem Pizzastein |
2 bis 4 Minuten pro Pizza |
Genau dieser Bereich von 70 bis 400 Grad auf einem einzigen Gerät ist der Grund, warum Kamado-Fans so gern von ihrem Grill erzählen.
Was ist der Unterschied zu einem normalen Grill?
Ein Kamado unterscheidet sich von einem normalen Grill vor allem in der Wand. Ein Kugelgrill aus Stahl gibt über das dünne Blech laufend Wärme ab, deshalb schwankt die Temperatur und du legst öfter Kohle nach. Die Keramikwand des Kamados isoliert, sodass eine niedrige Temperatur um 110 Grad eine ganze Nacht lang stabil bleibt.
Dafür ist ein Stahlgrill leichter, günstiger und schneller auf Temperatur. Für die schnelle Bratwurst am Mittwochabend ist ein Kugelgrill bestens. Für Pulled Pork über 12 Stunden brauchst du Keramik.
Ein Kamado in deiner Outdoorküche
In einer Outdoorküche arbeitet der Kamado auf Arbeitshöhe, in die Arbeitsplatte eingelassen, sodass du aufrecht mit der Zange am Rost stehst. Wir bauen Standardmodelle mit Kamado mit 16 Zoll (Rost etwa 41 cm) oder 18 Zoll (etwa 46 cm), zum Beispiel die VARETTI Mirena 578 mit 16-Zoll-Kamado neben einem Grandhall Premium G4 Gasgrill.
Hast du schon einen eigenen Kamado, geht das auch: In den Arbeitsplatten unserer XL-Modelle sitzt eine Aussparung für Kamados bis 60 cm Durchmesser. Weil Keramik schwer ist, stehen alle unsere Outdoorküchen auf Lenkrollen. So rollst du das Ganze trotzdem bequem an seinen Platz.
Was du vor dem Kauf wissen solltest
Ein Kamado hat auch Eigenschaften, die du einplanen solltest. Er ist schwer, einen Standortwechsel planst du also einmal richtig. Er kostet mehr als ein Stahlgrill im selben Format. Das Aufheizen dauert länger, und die Luftregelung braucht etwas Übung: Rechne mit ein paar Grillabenden, bis du die Temperatur sauber auf Kurs hältst. Und Keramik reagiert empfindlich auf harte Schläge, also gehe mit dem Deckel behutsam um.
Wer das einplant, bekommt dafür ein Gerät, das Räucherofen, Grill und Pizzaofen in einer Kuppel vereint. Deshalb schwärmen Kamado-Besitzer so gern.
Was bedeutet Kamado?
Kamado ist ein japanisches Wort und bedeutet Herd, Feuerstelle oder Ofen. Der Name geht auf die traditionellen geschlossenen Kochöfen aus Erde und Lehm zurück, in denen in Japan Reis gekocht wurde. Der moderne Kamado ist der Keramikgrill, der aus diesem Prinzip weiterentwickelt wurde: ein dickwandiger, eiförmiger Ofen, in dem du die Temperatur über Luftschieber regelst.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kamado und einem normalen Grill?
Der Unterschied zwischen einem Kamado und einem normalen Grill liegt vor allem in der Keramikwand. Ein Kamado isoliert, hält die Temperatur stundenlang stabil zwischen 70 und 400 Grad und verbraucht weniger Holzkohle. Ein Kugelgrill aus Stahl ist leichter und günstiger, gibt Wärme über das Blech ab und schwankt in der Temperatur. Für Low and Slow über 8 Stunden und länger ist der Kamado deshalb klar im Vorteil.
Ist ein Big Green Egg dasselbe wie ein Kamado?
Ein Big Green Egg ist ein Kamado, und Kamado ist zugleich der Oberbegriff für viele weitere Marken. Kamado ist der Gattungsname für Keramikgrills mit Luftschiebern. Big Green Egg ist die bekannteste Marke innerhalb dieser Gruppe. Andere Marken arbeiten nach demselben Prinzip: eine dicke Keramikkuppel, ein Lufteinlass unten und ein Luftschieber oben.
Warum kostet ein Kamado mehr als ein Stahlgrill?
Ein Kamado kostet mehr als ein Stahlgrill wegen des Materials und der Herstellung. Die dicke Keramikkuppel wird gebrannt und muss über Jahre große Temperaturunterschiede aushalten. Genau diese Keramik bezahlst du: Sie isoliert, verteilt die Wärme gleichmäßig und senkt den Holzkohleverbrauch. In einer Outdoorküche von Varetti ist der Kamado bereits in die Arbeitsplatte eingelassen, mit 16 oder 18 Zoll Rostdurchmesser.
Welche Größe Kamado wählst du für eine Outdoorküche?
Für eine Outdoorküche wählst du meist einen Kamado mit 16 oder 18 Zoll, also einem Rost von etwa 41 oder 46 cm Durchmesser. Ein 16-Zoll-Modell reicht für eine Familie. Grillst du oft für sechs oder mehr Personen, gibt dir 18 Zoll spürbar mehr Rostfläche. Hast du bereits einen eigenen Kamado, wähle eine Arbeitsplatte mit Aussparung bis 60 cm Durchmesser.
Was kannst du alles auf einem Kamado zubereiten?
Auf einem Kamado kannst du räuchern, grillen, backen und stundenlang Low and Slow garen. Denk an geräucherten Lachs um 90 Grad, Pulled Pork bei 110 Grad mit einer Kerntemperatur von 90 bis 96 Grad, Steaks bei 250 Grad und Pizza bei 300 bis 400 Grad auf dem Pizzastein. Mit einem Rippchenhalter oder einer Gusseisenpfanne erweiterst du die Möglichkeiten weiter.
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